Das Römisch Germanische Museum Köln: Teil 1
Spuren der Römer sind in Köln allgegenwärtig. Die größten Fundschätze bewahrt das Römisch-Germanische Museum (RGM) auf, das 1974 erbaut wurde. Jetzt muss es saniert werden und wird wahrscheinlich für einige Jahre geschlossen. Ich liebe meine Stadt – Feiern können wir. Aber Bauen? Bevor das Museum im Dezember 2017 schließt, wollte ich unbedingt noch einmal einen Blick auf unsere römische Vergangenheit werfen. Eventuell öffnet das Museum ja nicht mehr vor meinem 100. Geburtstag.
Es gibt sehr viel zu sehen: die weltweit größte Sammlung römischer Glaskunst, das Grabmal des Poblicius oder das Dionysos Mosaik. Aber auch reichlich andere Ausstellungsstücke, die ich besonders mag. Und weil man in Köln so viel gefunden hat und ich viel zu viele Bilder gemacht habe … sind drei Bild-Galerien entstanden.
Dies ist der erste Teil. Mit dem Dionysos Mosaik verbinde ich sehr viele Kindheitserinnerungen. Fast jeden Samstag ging mein Vater – mit meinem Bruder und mir an der Hand – zu Fuß in der Stadt spazieren. Damals führte neben dem Dom eine simple Treppe in einen Keller hinunter. Das wirkte alles sehr provisorisch. In den 70er Jahren hat man dann das RGM einfach über und um das Mosaik herum gebaut. Und ihm endlich wieder den Rahmen verliehen, den es verdient hat. Was mich schon als Kind fasziniert hat, war die Vorstellung, dass es hier an Ort und Stelle erschaffen worden ist. Dass es Bestandteil eines real existierenden Hauses war. Menschen darüber gelaufen sind und Feste gefeiert haben – hier neben dem Dom. Wo ich schon als Kind gestanden habe und auch jetzt wieder stehe. Das macht Geschichte lebendig. Zu gerne würde ich einmal nach Pompeji oder Herculaneum. Das muss einfach umwerfend sein.
Das zum Teil rekonstruierte Grabmal des Lucius Poblicius hat auch eine spannende Geschichte. Zwei Jugendliche hatten beim Ausbau des Hauses ihrer Eltern heimlich im Keller zu graben begonnen … Aber das ist eine richtig abenteuerliche Story, die ein Buch füllen würde. Bestimmt gibt es schon eins …