Das Römisch Germanische Museum Köln: Teil 2
Es gibt, so glaube ich, zwei Typen von Museumsbesuchern. Die, die jede Tafel, jede Erläuterung sorgfältig lesen. Die ganz systematisch vorgehen (und sich nachher an alle Fakten erinnern). Oder solche wie mich. Meine Vorsätze sind immer groß, weil natürlich auch ich etwas dazu lernen will. Aber nach kurzer Zeit lasse ich mich komplett treiben. Es ist, als ob sich meine Augen verselbstständigen und mich fernsteuern. Ich nehme die anderen Dinge zwar wahr, aber ich konzentriere mich dann ganz auf einzelne Stücke, die mich anzuziehen scheinen.
Schaut mich an – Gesichter Roms. Ich liebe Skulpturen, egal aus welchem Material. Spätestens jetzt ist jede Museumspädagogik an mich verschwendet. Ich guck wieder mehr mit dem Gefühl, als mit dem Verstand. Und daher habe ich mir zwar nicht gemerkt, wen die Porträt-Büsten im RGM darstellen. Aber ich erinnere mich an viele andere Dinge. An Oberflächen, Farben und Formen. An Blicke und Ausdruck – ans Licht. Und denke, dass die Alterung, die Beschädigungen die Plastiken für mich eigentlich viel lebendiger machen. Weil ihnen ein Stück weit die Perfektion und die Idealisierung genommen wurde.